Katy Perry -  Smile

Katy Perry - Smile

Da hat Katy Perry doppelt abgeliefert: Erst eine Tochter und dann auch noch ein neues Album. "Smile" ist unser Album der Woche. Als Katy Perry der Welt ein neues Album ankündigt, genügen schon drei Buchstaben und alle wussten Bescheid: "KP5" lautete monatelang das inoffizielle Kürzel für die neue Scheibe. Das Album heißt "Smile", klingt nach "Smile".

Angekündigt hatte Perry das neue Werk zuletzt mit Blumen: Ihr Song "Daisies", eine Lied über Unabhängigkeit, zeigte die Richtung für das neue Album, denn Katy will in der aktuellen Situation vor allem inspirieren, das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels aufzeigen, sagt sie. Als "Daisies" dann schon gut 125 Millionen Mal gestreamt worden war, legte sie mit "Smile" den Titelsong nach: "Drei Minuten absolut zuversichtliche Energie sind das", so Katy. Ebenfalls auf dem neuen Album sind die schon 2019 veröffentlichten Singles "Never Really Over" und„"Harleys in Hawaii". Das heißt, dass wir ein Drittel des neuen Albums kannten, bevor es das Licht der Welt erblickte - fast so wie beim Nachwuchs. Da weiß man vor der Geburt ja meistens schon. Damit ist „Smile“, geschrieben von Perry und jeder Menge Co-Autoren und -Autorinnen, ein kleines, aber erstaunliches Stück entfernt vom sorgenlosen, knalligen Gewinnersound auf „Teenage Dream“ (auch schon zehn Jahre alt) oder „One of the Boys“, ihrem Major-Debüt mit dem Hit „I kissed a Girl“. Hörbar komplexer sind die „Smile“-Songs dabei nicht, sie bewegen sich auf einer von Pastorentochter Perry höchstselbst mithilfe von sieben Millionen bunter Luftballons, siebzehn Tonnen Konfetti und fünf Meter künstlichen Wimpern geschaffenen, einwandfrei tanzbaren Popebene.Der Titelsong, dessen künstlerische Cover-Umsetzung (Perry als trauriger Clown mit roter Nase) vielleicht auch einer der Gründe für seinen bislang recht dürftigen Charterfolg ist, ist musikalisch ein klassisches Perry-Candy: ein Eis am Stil in einer mit aufblasbaren Flamingos geschmückten Stranddisco.Doch seinem Text, genau wie fast allen anderen der zwölf Songs auf „Smile“, wohnt eine leichte Bitterkeit inne, eine dezent abgründige Anstrengung, wie man sie atmosphärisch auch in Harmony Korines düster-hedonistischem Drama „Spring Breakers“ empfand, in dem Disney-Schauspielerinnen bunte Pillen in die Kloschüssel göbeln: „Gotta say it’s really been a while / but now I got back that smile“ reimt Perry, und das hat zwar, zugegeben, die lyrische Tiefe eines Suppentellers, aber ist immerhin ein Hinweis darauf, dass es tatsächlich mal dunkel war im Hause Perry.

Tracklist

01. Never Really Over
02. Cry About It Later
03. Teary Eyes
04. Daisies
05. Resilient
06. Not the End of the World
07. Smile
08. Champagne Problems
09. Tucked
10. Harleys in Hawaii
11. Only Love
12. What Makes a Woman


Drucken