Miley Cyrus - Plastic Hearts

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Nach dem letzten Album „Younger Now“ sind drei lange Jahre ins Land gegangen. Jahre, in denen Miley Cyrus sich neu sortieren, ja neu erfinden musste. Denn Hand aufs Herz: „Younger Now“ war aus kommerzieller Sicht ein Flop. Miley Cyrus war zuletzt wie eine Katze im Schleudergang. Jetzt hat die Sängerin (28) ihre Dramen auf dem neuen Album „Plastic Hearts“ verarbeitet.

Hail, hail, Rock ’n’ Roll! Miley Cyrus bringt „Zombie“ als Live-Coverversion, den Song, mit dem die nette Gitarrenpopgruppe Cranberries einst zur Rockband wuchs. Und sie covert andersrum „Heart of Glass“, mit dem Debbie Harrys Blondie – aus der Punkecke kommend – den New Wave 1978 mit Disco verheirateten. Das sind zwei durchaus sinnige Anhänge für „Plastic Hearts“, das siebte Studioalbum der einstigen Popprinzessin, die jetzt ihre Liebe zum Rock ’n’ Roll auslebt. Schon seit Jahren hat die gerade 28 gewordene frühere Hannah Montana in Konzerten gezeigt, dass sie Nirvana und Metallica, Smiths, Dylan, Springsteen, Stones, Led Zeppelin und all die anderen großen Gestalten und Truppen mit der Gitarre als Leitinstrument liebt. Und es ist ein Statement in den Zeiten von formelhaftem Plastikpop, wenn sich eine der führenden Hitlieferantinnen jetzt auch auf einem Studioalbum an die Musik ihres Herzens traut. Es kommt so vielleicht wieder insgesamt Leben in die Nische!In „Edge of Midnight“ schlägt Miley die Brücke ins Gestern freilich auch über Stevie Nicks, deren 1982er-Hit „Edge of Seventeen“ das markante Element des Songs ist. In (dem etwas lendenlahmen) „Prisoner“ war ganz klar Olivia Newton-Johns „Physical“ der Pate, und die kraftvolle Countryballade „Angels Like You“ hebt fast an wie „In My Life“ von den Beatles. Und doch ist das hier mehr als ein kalkulierter Cover- und Zitatenschatz, nur um ein bisschen mit der musikalischen Gegenseite zu kokettieren.Die Nashvillelady, die schon mit Bangerz und den schräg-grandiosen Flaming Lips teamte, tut sich hier mit Gästen wie Joan Jett, Dua Lipa und dem alten Billy „Rebel Yell“ Idol von Generation X zusammen. Klar gibt es da noch Autotune und arg affektierte Popgitarren (man höre den Scheidungssong „What the Fuck Do I Know?“). Auch vereint Miley Rock mit Synthpop („Gimme What I Want“), was klarmacht, dass hier nicht etwa eine rumpelige Indieband losscheppert, sondern auch eine gewisse Verkäuflichkeit beabsichtigt ist. „Plastic Hearts“ will hörbar nicht in den Club, sondern ins Stadion, aber diese Lieder über Schuld und Selbstvergewisserung würde man dort (großenteils) auch ganz gern hören.

Tracklist / Infos
01. WTF Do I Know
02. Plastic Hearts
03. Angels Like You
04. Prisoner feat. Dua Lipa
05. Gimme What I Want
06. Night Crawling feat. Billy Idol
07. Midnight Sky
08. High
09. Hate Me
10. Bad Karma feat. Joan Jett
11. Neve Be Me
12. Golden G String

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