Milky Chance - Mind The Moon

Milky Chance - Mind The Moon

Nicht viele deutsche Musiker können aktuell globale Erfolge vorzeigen. Zu nennen wären da neben den beiden Global DJs Felix Jaehn und Robin Schulz in jedem Fall Milky Chance. Das Kasseler Pop-Folktronica Duo, bestehend aus Clemens Rehbein und Philipp Dausch, lernte sich noch während der Schulzeit kennen und ist heute eins der spannendsten Pop-Phänomene der Welt. 2013 kam ihr Debütalbum "Sadnecessary" mit dem Mega-Hit "Stolen Dance" heraus, welches international für Furore sorgte. Seitdem tourten die beiden Kasseler Jungs bereits durch die halbe Welt, spielten unzählige Headliner-Shows und begeistern mit ihrer Musik seit Jahren Millionen von Menschen. Mit "Mind The Moon" veröffentlichen Clemens und Philipp nun ihr drittes Album, welches mit Ohwurm-Melodien, gutem Songwriting und tollen Pop-Beats lockt.

Folk, Reggae, Afropop und Electro-Beats fließen auch auf der dritten Milky-Chance-Platte "Mind The Moon" zu einem eingängigen Multikulti-Sound zusammen. Gastauftritte des australischen Singer-Songwriter-Talents Tash Sultana in "Daydreaming" und der südafrikanischen A-cappella-Truppe Ladysmith Black Mambazo (legendär spätestens seit Paul Simons Welterfolg "Graceland" von 1986) zeigen, wie anerkannt die beiden gerade erst 27-Jährigen aus dem nördlichen Hessen längst sind.Ein taufrischer Crossover-Dance-Track wie der Opener "Fado" könnte sogar Madonna neidisch werden lassen, die mit dick aufgetragenen Portugal-Klischees zuletzt Ähnliches versucht hatte. Auch danach stört kein zweifelhaft-krampfiges Experiment, keine billige Angeberei die angenehme, freundliche Atmosphäre dieser smarten Mainstream-Pop-Scheibe. Die sieben Jahre seit dem Start von Milky Chance kurz vor dem Abitur der beiden Musiker waren "eine total intensive Zeit, die wir mit viel Überforderung bewältigt haben", wie Dausch im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Berlin erzählt. Jetzt sei man gerüstet fürs globale Pop-Business.Mit ihrer eher geringen namentlichen Bekanntheit kommen beide gut klar: "Es ist eine angenehme Art von Ruhm", sagt Rehbein. "Er engt nicht ein, denn es gibt nicht diesen hysterischen Personenkult." Sowieso sind sie stolz auf eine offenbar sehr sympathische Fan-Base: "Das sind sehr liebe Menschen", sagt Dausch. Und Sänger Rehbein fügt hinzu: "Sie geben uns viel Gutes zurück. Man hört ja dauernd von Shitstorms - also wir kriegen nicht viel Shit ab. Mit der dann doch wohl unvermeidlichen Kritik an ihrer leichten, kommerziellen, unpolitischen Musik können beide nach eigener Einschätzung gut umgehen: "Wir wissen, was wir an unserer Musik haben. Wer kritisiert, dass sie nicht politisch ist, der hat ja recht - dann hört er eben lieber Die Ärzte. Das ist völlig okay." Der Traumstart mit den ersten Studioplatten war für Dausch und Rehbein "eine Riesenüberraschung". Nun versuchen die beiden immer noch jungen Künstler, sich den hohen Erwartungsdruck für Album Nummer drei vom Halse zu halten. "Ein Angstgefühl gibt es nicht - eher ein Gefühl der Dankbarkeit für das, was wir schon erreicht haben", sagt Dausch. Zumal Milky Chance, die sich gleichermaßen als "Beat-Produzenten im elektronischen Bereich" und als Singer-Songwriter sehen, mit den lässigen Pop-Hooks von "Mind The Moon" eine Bestätigung des Erfolges gelungen zu sein scheint. Zudem schaffen sie mit ihren Gästen neue Aha-Effekte. "Tash Sultana haben wir in Australien kennengelernt, als wir beim gleichen Festival spielten. Dann haben wir sie bei Lollapalooza in Südamerika wiedergetroffen und uns angefreundet", erinnert sich Rehbein. Für die Aufnahme des gemeinsamen Songs "Daydreaming" flog man schließlich nach Melbourne. Dass Milky Chance gern "zwei Welten verbinden", hört man auch beim Lied "Eden's House" mit den mächtigen Chorstimmen von Ladysmith Black Mambazo. "Deren Arrangements haben wir schon gemeinsam im Chor gesungen. Es war also quasi ein Kindheitstraum, mit ihnen etwas zu machen, und wir haben einfach mal angefragt", erzählt Clemens Rehbein. Milky Chance spielen als Duo schon "seit der 11. Klasse zusammen", sagt der Sänger. "Das erste Album enthielt Songs, die ich im letzten halben Jahr unserer Schulzeit entwickelt habe." Die Vorbilder sind zahlreich - und sehr unterschiedlich: The Tallest Man On Earth, Bob Marley, Ray Charles, Jack Johnson, John Frusciante, neben Rock und Pop auch Reggae, Blues und Jazz. "Es geht alles Hand in Hand und ist bunt gemischt", betont Dausch. "Eine wilde musikalische Reise, von einem Genre ins andere." "Mind The Moon" wollen die beiden nun wieder mit ihren bewährten Mitstreitern Antonio Greger (Gitarre, Mundharmonika) und Sebastian Schmidt (Schlagzeug) auf die Bühne bringen. Dass das Album mit seinem sommerlichen Sound dieses Jahr etwas verspätet erscheint, stört sie nicht: "Die Platte hat jetzt ein bisschen Anlauf für den nächsten Sommer. Und bei unserem Tourstart demnächst in Australien ist dort ja auch gerade Sommer." Ach ja, zuguterletzt noch: Was bedeutet der Bandname? "Der war schon vor unserem Projekt da", sagt Rehbein. "Den habe ich mir ausgedacht. Man kann ihn gut aussprechen, er hat aber keine wirkliche Bedeutung." Später sei beiden aufgefallen, dass sich Milky Chance auf "Stolen Dance" reimt, den Titel des ersten Hits. Man spürt: Die beiden sympathischen Kasseler Jungs sind mit sich, ihrer Musik und ihrem sensationellen internationalen Erfolg im Reinen. Gute Voraussetzungen für eine Karriere, die mehr ist als ein kurzlebiges "One-Hit-Wonder".

Tracklist

01 Fado
02 Oh Mama
03 The Game
05 Long Run
06 Daydreaming
07 We Didn't Make It To The Moon
08 Eden's House
09 Scarlet Paintings
10 Right From Here
11 Fallen
12 Window

Tour 2020

30.01.2020 Köln / Palladium Köln
31.01.2020 Stuttgart / Porsche-Arena
11.02.2020 München - Freimann / Zenith, die Kulturhalle
12.02.2020 Leipzig / Haus Auensee
13.02.2020 Berlin / TEMPODROM
04.03.2020 Frankfurt / Jahrhunderthalle Frankfurt
05.03.2020 Hamburg / Sporthalle Hamburg


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